*Kurzbiographie *Architekten *Crodel über St. Jacobi (Hamburg) *Literatur *Werkstätten *Konservatoren und Kunsthistoriker *Verteiler Denkmalpflege *Topographischer Sprungindex zum Werkverzeichnis *

Verbreitugskarte der wichtigsten baugebundenen Werke mit Angabe der Zerstörungen 1933 und 1936

Charles Crodel (1894-1973): Werkverzeichnis baugebundene Werke

***Vorläufiger K A T A L O G der baugebundenen Arbeiten. Version 0.2.09 ***

©Dr. Cornelius Steckner: csteckner@hotmail.com http://www.geocities.com/CapeCanaveral/Hall/2923/crodel

Engel, Dreikönigskirche, Frankfurt

Das topographisch geordnete Werkverzeichnis ist bei Lebzeiten von Charles Crodel (1894-1973) als Register der Bildtagebücher - die heute im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg liegen - begonnen und dann nach den Nachlaßunterlagen zur Erfassung sämtlicher baugebundener Werke (Wandmalerei, Mosaik, Glas, Email, Textil, Keramik und Kunststoffe) ergänzt worden. Der vorliegende Index führt durch die als Microfichedition von Verlag Dr. Harald Fischer, Erlangen (http://www.haraldfischerverlag.de ), farbig reproduzierten Bildtagebücher des Zeitraumes 1918-1973. Indiziert sind 280 baugebundene Werke in 135 Orten. Hinzu kommen biographische Daten, Originaltexte und komplette Verglasungsbeschreibungen sowie ergänzende Aufsätze.
Das Verzeichnis gibt eine vorläufige Übersicht über Werke in den Bundesländern Deutschlands, in Schweden und USA (UofL - Charles Crodel (1894-1973) papers ) ausgeführten, zerstörten oder begonnenen Projekte und verweist auf die Abbildungen und textlichen Tagebuchstellen der Crodel-Tagebücher 1918 - 1973 (Archiv für Bildende Kunst im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg: http://www.gnm.de/Download/listev.pdf ).
Zusätzlich sind schwer erreichbare gedruckte Quellen eingeschaltet, die insbesondere den Hintergrund der laufenden Restaurierungen - also: technische Angaben und Interpretation - berücksichtigen. Die
Stiftung Forschungsstelle Glasmalerei des 20. Jahrhunderts dokumentiert derzeit die wichtigesten Werke.
Grundsätzlicher Beitrag zur Bildverwendung von Charles Crodel: Friederike Naumann: Charles Crodel und die Antike



Kunst und Zerstörung

Charles Crodel mit Tagebuch: Foto: Helmut v. Claer.

Charles Crodel als Maler der Klassischen Moderne ist jede Gegenwart von Bildformen getragen und eben auch durchformt, die sich dem "Gänsemarsch der Geschichte"entziehen. Es kann die Geste einer Fischerin auf dem Markt in Marseille sein oder ein österlicher Lammträger irgendwo in Attika, in dem die großen Themen der Kunst wieder lebendige Gestalt annehmen. Dergleichen gelebte Bilder malte Thomas Mann und die Lyrik Baudelaires. Und auch Architektur und Musik kennen solche erlebten und irgendwann wiederkehrenden Situationen. In Crodels "Improvisationen über Leben und Tod", seiner Wandmalerei im Musikraum der Burse zur Tulpe der Universität Halle von 1928/1929, verflechten geborstene Baumstümpfe und Schützengrabensituationen des Ersten Weltkrieges den Zyklus der Lebensrhythmen mit Bildformen der "pinturas negras" von Francisco Goya (1746-1828), während Gerhard Marcks mit seiner dazugesetzten Bronzeplastik "Wandler" (nicht im Werkverzeichnis GM) das Durchschreiten situativer Wiederholungen selbst ins Bild brachte.

Und als Crodel 1932 im Zuge der von der Kunstgewerbeschule Burg Giebichenstein durchgeführten nicht historisierenden sondern modernen Restaurierung Bad Lauchstädts auf dem Bühnenbild des Goethe-Theaters in Bad Lauchstädt das Bild eines Verkrüppelten direkt neben den Orpheus setzte, passte dieses Bildkonzept nicht in die Pläne der von Weimar her auf das Reich zugreifenden nationalsozialistischen Kulturpolitik. Daher erlitt Crodels Werk im Sommer 1933 die groß inszenierte Kunstverbrennung in Bad Lauchstädt, die Verbrennung der Arbeiten seiner Klassen auf dem Burghof der Kunstgewerbeschule in Halle und auch in Berlin stand Crodels Werk im Zentrum anhaltender öffentlicher Auseinandersetzung.

Als im Zuge der Abstraktionswelle nach dem Zweiten Weltkrieg wiederum Verdrängungsprozesse anliefen, hat Crodel in den damals bestehenden beiden deutschen Staaten die gemeinsame Vergangenheit in christliche Motive eingeflochten, das Leiden in den Konzentrationslagern ("Geschichte des Petrus", St. Petri, Magdeburg, 1970) wie die Feuer des Bombenkrieges (Vorhöllenbilder, St. Katharinen, Frankfurt am Main). Crodel kannte als Vorstandsmitglied des Jenaer Kunstvereins und der 1934 verbotenen Arbeitsgemeinschaft der Juryfreien Kunstausstellung und als Betreuer ihrer Sammlung in Berlin die abstrakte Malerei genau, sah allerdings angesichts der kaum zurückliegenden Kriege sowohl nach 1918 wie nach 1945 ihr der Tagespolitik nützliches Verdängungs- und Entfremdungspotential.

Die 1933 und 1936 nur überstrichenen Werke Crodel wie in der Burse zur Tulpe oder der Moritzburg in Halle sind inzwischen teilweise wieder gegenwärtig durch moderne Denkmalpflegeprojekte. Aber auch Umwelschäden bedingten die Restaurierung von Glasmalereien, so Crodels Ergänzungsfenster zum mittelalterlichen Fensterwerk im Erfurter Dom durch die neue Glaswerkstatt des Erfurter Domes und die Restaurierung der Kirche St. Katharinen in Frankfurt/ Main. Die meistern der jetzt selbst zu Denkmalpflegeprojekten gewordenen 280 Werke hatten selbst schon neue, experimentelle Konzepte verfolgt. Das wird sichtbar, wenn man größere Zeiträume überschaut, und die verschiedenen Phasen trennt. Die erste Phase vor 1933 prägte die Zusammenarbeit mit dem damaligen Landeskonservator Giesau. Crodels Ausmalung der Moritzburg (Halle), der Burg Giebichenstein* (Halle) und von Bad Lauchstädt waren Versuche, historische Ikonographie und Technik in der Moderne fortzuführen. Die Projekte waren entsprechend auf der Juryfreien Kunstschau in Berlin gezeigt. Gleich nach dem 2. Weltkrieg nahm Crodel bei seinen Kirchenprojekten diese gezielte Arbeit von 1932 wieder auf. So geht die Wiederherstellung des Halberstädter Domes nach 1945 auf eine Gruppe von Vorhaben zurück, zu dem auch Arbeiten von 1932 für den Naumburger Dom gehören (in der "Geschichte der Denkmalpflege Sachsen Anhalt" von Peter Findeisen 1990 nicht genannt). Diese Projekte gehören wie die von Hans Wittwer geleitete Wiederherstellung von Bad Lauchstädt zum Goethe-Jahr 1932 zu dem von Crodel in Zusammenarbeit mit Hermann Giesau vertretenen neuen Denkmalpflegekonzept, das dort an die Erneuerungsarbeiten von Karl Friedrich Schinkel anschloß. Diese durch Crodel und seine Schüler gepflegte "Fortführung der Geschichte" führte in ihren ikonographischen und technischen Besonderheiten in Bad Lauchstädt zur experimentellen Enkaustik, deren Rezepturen nach dem Tagebuch mitgeteilt sind.

Auf diesen Phasen von 1932 und 1945 setzt dann erst das sich in Frankfurt in Zusammenarbeit mit dem Architekten Theo Kellner sich zunächst entfaltende jüngere Werk Crodels. Beide, Giesau, wie der aus dem Weimarer Bauhaus kommende Theo Kellner waren auf Crodel begeistert aufgrund dessen Arbeiten für das Erfurter Hospital am Johannesring 1926 zugekommen. In diesen frühen Arbeiten Crodels für Jena und Erfurt steckte bereits der Ansatz für die weitere Entwicklung.




*Kurzbiographie *Architekten *Crodel über St. Jacobi (Hamburg) *Literatur *Werkstätten *Konservatoren und Kunsthistoriker *Verteiler Denkmalpflege *Topographischer Sprungindex Werkverzeichnis

Kurzbiographie

Charles Crodel (1894-1973): Graphiker, Maler und Kunsthistoriker.

16.9.1894 geboren in Marseille als Sohn des Kaufmanns und Consuls Crodel, der mit dem Mikroskop die Welt der Kleinstlebewesen des Meeres erforschte, Taufname: Karl Fritz David, genannt Charles. Der Onkel Paul Crodel: Mitbegründer der Münchner Sezession. Die Familie aus Schneeberg (W. Junius, Die erzgebirgische Künstlerfamilie Krodel, Monatshefte für Kunstwissenschaft, 1921, S. 253-261). Konfirmation am 3.5.1908 in Marseille.

Nadar, Charles Crodel (rechts mit Zeichnung), Marseille, Rue des Noailles 21.

Schulzeit in Schwäbisch-Hall und nach dem Umzug der Famlie nach Jena, wo der Vater die Vorlesungen Ernst Haeckels hören wollte, befreundet mit dem dortigen Kunstpädagogen Christoph Natter. Zusammen mit seinem Mitschüler Geog Meyerhof (+ 1915) erlebt Crodel Botho Graefs Entdeckung Ernst Ludwig Kirchner. Im Sommersemester 1914 Besuch der Kunstgewerbeschule München unter Richard Riemerschmidt (wie Gunta Stölzl, Meisterin am Bauhaus Dessau): In München Crodels erste Studien zur monumentalen Malerei. 1914 mit Kriegsbeginn umfangreiche photographische Dokumentation der Naturzerstörung durch den Krieg. 1915 Einschreibung für das Studium der Kunstgeschichte und Archäologie an der Universität Jena bei Botho Graef.

Ch.Crodel: Elisabeth v. Fiebig beim Malen in Jena.

1918 Heirat der Malerin Elisabeth v. Fiebig (8.11.1897-8.4.1967). In Jena Freundschaft mit Erich Schott (Jenaer Glaswerke), Justus Bier (später North Carolina Museum of Art), Herbert Koch (Archäologe in Jena, Leipzig und Halle) und Gerhard Marcks (Briefwechsel 1920-1973).

1920-1928 Vorstandsmitglied des Jenaer Kunstvereins. Korrespondenz mit Barlach, Kirchner, Munch und Schmidt-Rottluff, Bauhaus-Ausstellungen. Erstes Bestandsverzeichnis der Graphik von Ernst Ludwig Kirchner des Jenaer Kunstvereins. Lithographenlehre bei Eduard Giltsch, der Druckerei des Naturforschers Ernst Haeckel; Gesellenprüfung in Weimar. Mitglied der Freien Sezession in Berlin. 1923 Einzelausstellung in Berlin mit Graphikankauf durch die Nationalgalerie; Ferdinand Möller wird Galerist Crodels. Crodels druckt für seinen Freund Gerhard Marcks (nicht im Werkverzeichnis Marcks erwähnt).

Charles Crodel: Herbert Koch und Wilhelm Worringer, Farbholzschnitt, 1922 (Werkverzeichnis Steckner Nr. 150) Jena - Neuerwerbungen und Schenkungen im Romanttikerhaus [URL:www.europolis.com/ausstell/seiten/m0334_01.htm]

1925 Wandbild in der Universität Jena (Antike und Moderne / Befreiung Griechenlands).

1926 Wandbild im Hospital am Johannesring in Erfurt. Mitglied des Vereins der Arbeitsgemeinschaft der Juryfreien Kunstausstellung in Berlin (Mitglied wie Otto Dix, Wassily Kandinsky und Oskar Schlemmer; gegründet von H. Sandkuhl (1872-1936)); Aufbau der Graphiksammlung der Juryfreien und der "Fabrikausstellungen".

1927 Berufung an die Werkstätten der Stadt Halle Burg Giebichenstein. Graphikankäufe durch die Bibliothèque Nationale, Paris. In Halle Aufbau der Druckwerkstätten mit den von Bauhaus übernommenen Assistenten Rudolf Baschant und Walter Herzger. Herbert Post über Crodel. Herbert Post über Charles Crodel.

1929 "Improvisationen über Leben und Tod", Wandmalerei in der neuen Buse zur Tulpe der Universität Halle in Zusammenarbeit mit Gerhard Marcks (Wandler, nicht im Werkverzeichnis; Abb. in Gerhard Marcks und Charles Crodel, 1992, S. 105).

1930 Mitglied der Berliner Secession. Albrecht-Dürer-Preis der Stadt Nürnberg. Werkmagazinierung unter Wilhelm Frick in Weimar.

1932 Villa Romana-Preis.*1932 zum Goethejahr mit Hans Wittwer (Bauleitung) neues Denkmalpflegekonzept für Bad Lauchstädt. Im Zusammenwirken mit Ernst v. Harnack Entwürfe zu monumentalen Glasmalereien für den Naumburger Dom.

1933 erste Zerstörungswelle: exemplarische Vernichtung von Wandbildern in Bad Lauchstädt, Burg Giebichenstein und Standesamt Halle. Crodel im Zentrum des Berliner Kunststreites. Verbrennung der Graphik und Schülerarbeiten im Burghof der Kunstgewerbeschule Burg Giebichenstein.

(Zu den Zerstörungen 1933 - 1934 - 1936- 1937 vgl. C. Steckner, Kunstpolitik 1930-1933 am Beispiel des Malers Charles Crodel, in: Zwischen Widerstand und Anpassung. Kunst in Deutschland 1933-1945, Akademie der Künster Berlin 1978, S. 37-40 und C. Steckner, Das Schicksal der Arbeiten von Carl Crodel zum Goethejahr 1932 in Bad Lauchstädt, in: Carl Crodel. Malerei - Graphik - Kunsthandwerk. Staatliche Galerie Moritzburg Halle und Galerie am Fischmarkt, Erfurt 1982, S. 19-22 und Dokumenten zum Fall "Lauchstädt" S. 23-27).


1935 Zusammenarbeit mit Hedwig Bollhagen (Keramik), August Wagner (Glasmalerei und Mosaik), der Staatlichen Porzellanmanufaktur in Berlin (KPM) sowie den Vereinigten Lausitzer Glaswerken VLG. Glasfenster für die Industriebauten von Ernst Neufert und Zusammenarbeit mit Wilhelm Wagenfeld.

1936 zweite Zerstörungswelle (Burse Halle und Moritzburg Halle). Zusammenarbeit mit dem Kunstdienst in Berlin, mit Kirche und Post. Restaurierung des Drachenhauses in Potsdam.

1938 dritte Zerstörungswelle: Beschlagnahme von Werken in öffentlichem Besitz.

1945 wieder Lehrtätigkeit an der Burg Giebichenstein, Vorlesungen im Fach Kunstgeschichte in Halle, Berufungen und Lehrtätigkeit in Dresden (Stefan Hirzel, Cor van Eesteren) und Berlin. Prägt die Kunst der frühen DDR. Zahlreiche Schüler, darunter: Albert Ebert.

1952 vierte Zerstörungswelle im Rahmen des "Formalismusstreites" der frühen DDR.

1952-1963 Professur an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in München. 1952 Mitglied des Deutschen Werkbundes Bayern. 1953 Mitglied der Neuen Gruppe in München. 1956 Mitglied der Akademie der Künste Berlin. Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste.

*Baugebundene Werke in beiden Teilen Deutschlands mit Wagner in Berlin und der Franz Mayer'schen Hofkunstanstalt (München) und Ferdinand Müller(Quedlinburg).


Charles and Elisabeth Crodel, Paintings and Tapestries, Art Center Gallery, Loisville

1958-1965 Gastprofessuren an der Pennstate University und der University of Louisville, Kentucky,USA, mit Ausstellungen (Louisville Online: URL: http://www.courier-journal.com/reweb/community/homestyle/1998/hs19980228.html; UofL - Charles Crodel (1894-1973) papers

28.11.1973 in München verstorben. Gedächtnisausstellung im Lenbachhaus, München und durch das Kunstarchiv des Germanischen Nationalmuseums Nürnberg.


*Kurzbiographie *Architekten *Crodel über St. Jacobi (Hamburg) *Literatur *Werkstätten *Konservatoren und Kunsthistoriker *Verteiler Denkmalpflege *Topographischer Sprungindex Werkverzeichnis

Vorliegende Verzeichnisse:

Das Werkverzeichnis Gemälde Ch. Crodel liegt vor als:

Das Werkverzeichnis Graphik Ch. Crodel liegt vor als:

Übersicht der Zusammenarbeit Ch. Crodel mit Glas- und Keramikindustrie in:

Verzeichnis der Ausstellungsbeteiligungen Ch. Crodel in:


*Sprungindex Werkverzeichnis *Kurzbiographie *Architekten *Crodel über St. Jacobi (Hamburg) *Literatur *Werkstätten *Konservatoren und Kunsthistoriker *Verteiler Denkmalpflege

Charles Crodel: Aquarellstudie zur Farbverglasung der Mjölby kyrka, Schweden, 1968.

Aquarellstudie zur Farbverglasung der Mjölby kyrka, 1968.

Werkverzeichnis der baugebundenen Werke

Architekten

Liste der in Zusammenarbeit genannten Architekten


Konservatoren und Kunsthistoriker

Liste der in den Tagebüchern genannten und teilweise porträtierten Kunstwissenschaftler:


Firmen- und Werkstättenverzeichnis


Übersichtsliteratur:


Verteiler Denkmalpflege


Primärquelle: Die 20 Künstlertagebücher von Charles Crodel 1918-1973 als Bildverzeichnis der Werke

Beispielseite aus den Crodel-Tagebüchern mit frühen Entwürfen zu Farbverglasungen mit Bildelementen aus der 1933 öffentlich verbrannten Bühnenbemalung für Bad Lauchstädt von 1932. Bleistift und Aquarell, 20,8 * 17,2 cm, Eintrag vom 4.12.1934, Germanisches Nationalmuseum Nürnberg (vgl. Brigitte Klesse, Zwei Glasfenster von Charles Crodel für Ferdinand Möller, Kölner Museums-Bulletin, 3, 1997, S. 22).

55 Jahre Tagebuchaufzeichnung von Charles Crodel beginnen mit dem 8. November 1918, dem 21. Geburtstag von Elisabeth Crodel. Allerdings ist dies ein Nachtrag des tatsächlich am 27.11.1919 begonnenen Tagebuchs: "Der Beschluß dies Tagebuch zu schreiben - nur äußere Geschehnisse ! - wurde gefaßt und bis heute nachgeholt." Zunächst beginnt es als Text, wir aber schnell von der Chronik der laufenden politischen und kulturellen Ereignisse und der Reisen und Begegnungen zu einem alle Bereiche umfassenden ununterbrochenen zeitgeschichtlichen Bildchronik mit eingestreuten Autographen und Portraits u.a. ein mit der Feder gezeichnetes Selbstporträt von Edvard Munch. Oder da sind Eintragungen auch von Gerhard Marcks aus der Zeit der gemeinsamen Parisreise von 1926. Aber hauptsächlich sind die Tagebücher ein bilderbuchartiger chronologischer Katalog der eigenen Bildeindrücke, Konzepte und ausgeführten Werke. In sehr genauer Charakterisierung und doch in Briefmarkengröße sind Graphiken, Bilder, Keramiken und selbst monumentale Verglasungen farbig - meist als aquarellierte Bleistiftzeichnungen - festgehalten. Aus dem Tagebuch sind Auszüge zuerst veröffentlicht in der Zeitschrift "Kreis von Halle" (Charles Crodel, Aus den Reisetagebüchern eines Malers, Kreis von Halle. 1, 1930/31, S. 216-217) und durch Doris Schmidt, Das Sieb des Ichs. Der Maler und seine Tagebücher, in: Charles Crodel 1894-1973, München 1974, S. 12-29. Die Angaben des Werkverzeichnisse beziehen sich auf folgende Ordnung der Tagebücher:


*Kurzbiographie *Architekten *Crodel über St. Jacobi (Hamburg) *Literatur *Werkstätten *Konservatoren und Kunsthistoriker *Verteiler Denkmalpflege *Sprungindex Werkverzeichnis

Topographischer Sprungindex




*** Sicher erhaltene Arbeiten
*+* Sicher ausgeführt, aber zerstört

Das Werkverzeichnis wurde von Cornelius Steckner und Charles Crodel als Register zum Tagebuch begonnen. In der vorliegen Form ist es von Cornelius Steckner verfaßt. Christine D. Hölzig hat begonnen das Glasfensterwerk als Dissertation zu bearbeiten und Ergänzungen zum vorliegenden Verzeichnis geliefert.
TB = Tagebuch und Band (Kunstarchiv, Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg) Sonstige Angaben zu Plänen etc. beziehen sich auf das Crodel-Archiv.

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